Auf der Suche nach App-Ideen

Olufs Datum: 20.06.2013

Dr. Dirk Olufs, CIO von DHL Express Europe, wird auf der diesjährigen INKOP den Workshop „Mobile Business Solutions und Appisierung“ moderieren. Was treibt ihn dazu?

Vom 10. bis zum 13. Oktober findet im kroatischen Split die „INKOP2013“ statt, bei der sich CIOs in insgesamt acht Workshops über drängende Themen unterhalten. Für einen Logistiker sind das die Mobile Business Solutions. Und dabei besonders die „Appisierung“ – wenn mit den Legacy-Systemen sonst nichts mehr vorangeht.

CIO: Wie weit ist DHL schon mobilisiert?
Dr. Dirk Olufs: Unser prominentestes Beispiel sind die Scanner, die jeder von der Paketauslieferung kennt.

Können die mehr als Pakete scannen?
Das sind intelligente Geräte, die auch als Handys funktionieren. Mit eingebautem GPS könnten wir auch Routen planen, Stau-Infos abholen oder andere Dinge tun. Die Fantasie ist da eher der limitierende Faktor als die Technik. Deshalb leiten wir auch gerade einen Generationswechsel ein, nicht bei den Handscannern selbst, sondern bei der Software dahinter, damit die Geräte noch intelligenter werden.

Die Geräte an sich sind ausgereift?
Absolut, sie sind für den industriellen Einsatz gebaut. Sie sind wasserdicht und halten auch große Temperaturschwankungen aus. Wir haben sie speziell für den Außeneinsatz testen lassen – unter anderem lassen wir die Geräte aus 1,80 Metern Höhe auf eine Betonplatte fallen oder mit Wüstensand beschießen. Das sollten Sie mit einem iPad besser nicht probieren.

In Ihrem Workshop soll es aber schon um Themen gehen, bei denen alle mitreden können, oder?
Natürlich, wir haben auch Tablets im Einsatz, die sich im Warehouse oder im Außendienst hervorragend bewährt haben. Die Frage im Workshop wird eher lauten:
Wie binde ich diese mobilen Geräte in Legacy-Welten ein, wie wir sie bei DHL auch noch haben? Da kommt dann das Schlagwort „Appisierung“ ins Spiel.

Haben Sie dazu auch ein Beispiel?
Wir sind bei der Appisierung noch in einem frühen Stadium. Es gibt meiner Kenntnis nach keine Best Practices. Jeder experimentiert ein wenig herum, aber alle realisieren sehr schnell, dass die Zyklen, in denen neue Endgeräte auf den Markt kommen, viel kürzer sind als unsere Entwicklungszyklen. Deswegen mache ich ja den Workshop.

Lohnt es sich, bei der App-Entwicklung internes Knowhow aufzubauen?
Wir haben eigene Leute, die im Umfeld von Windows 8 entwickeln.
kasten
Wird das die Zukunft sein?
Das kann ich nicht beurteilen. Wenn man sich aber die rasend schnellen Entwicklungen in der IT anschaut, kann man davon ausgehen, dass es in wenigen Jahren nicht mehr ohne Apps und andere mobile Programme für den End-User im Bereich Logistik geht. Wir halten hier Augen und Ohren offen.

Auf der Agenda zum Workshop stehen auch neue Geschäftsmodelle, die sich möglicherweise aus den mobilen Lösungen entwickeln. Haben Sie dazu Beispiele?
Bei den Telcos gibt es interessante Projekte mit mobilen Daten. Ein Anbieter unterstützt zum Beispiel den Applestore in London mit Informationen, aus welchem Land der Kunde kommt, der gerade den Laden betritt. Auch interessant fand ich ein mobiles Raumkonzept, bei dem über die Handydichte gemessen wird, welche Meeting-Räume noch frei sind. Ob das alles zum Einsatz kommt, sei dahingestellt. Aber es ist interessant, sich die Möglichkeiten vor Augen zu führen.

Herr Olufs, sind Sie eigentlich zum ersten Mal auf einer INKOP?
Nein, ich bin das dritte Mal dabei, und ich habe vor zwei Jahren auch schon mal einen Workshop moderiert.
Aber in Split war ich noch nie. Darauf freue ich mich schon.

 

 

 

 

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